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Die Milch vom Milchhof Reitbrook

Im Juni machten Rike und ich uns bei schönstem Sonnenschein auf den Weg ins Grüne. Raus aus der Schanze und rein in die Natur, genauer gesagt in die Vier- und Marschlanden im Südosten Hamburgs. Unser Ziel: der Milchhof Reitbrook, von dem wir unsere frische Landmilch beziehen.

Statt mit dem Auto fuhren wir mit der S-Bahn und die letzten Kilometer dann mit dem Rad. Eine super Idee! Denn sobald wir auf dem Sattel saßen, kam ein richtiges Urlaubsgefühl in uns hoch und wir machten immer wieder Pause, um den tollen Ausblick zu genießen, bevor wir schließlich unser Ziel erreichten.

Eine idyllischere Lage kann man sich für einen landwirtschaftlichen Betrieb fast nicht wünschen. Umgeben von Wasser, grünen Wiesen, soweit das Auge reicht, und Natur Pur profitieren auch die Milchkühe von der schönen Landschaft. In der warmen Jahreszeit, genauer gesagt von Anfang Mai bis Oktober, verbringen sie nämlich einen Großteil des Tages auf der Weide, welche direkt an den großen, weitläufigen Freilaufstall angrenzt. Und das schmeckt man!

Das muss auch Thomas geahnt haben, als er als Jugendlicher durch seinen Schülerjob beim Naturschutzbund oft in der Reit unterwegs war und eines Tages den Milchhof entdeckte. Seitdem radelte er regelmäßig zum Hof von Gerd und Ingrid, um ihre leckere Landmilch zu holen. Die Liebe zum Milchhof blieb und als Annika und Thomas 2004 das erste elbgold eröffneten, war klar, mit welcher Milch sie arbeiten wollten.

Wir sind sehr glücklich, dass diese Kooperation entstanden und mit den Jahren gewachsen ist. Das kommt nicht nur dem Milchhof zugute. Auch unsere Baristi lieben die Reitbrook Milch mit ihrer leichten Süße und dem frischen, cremigen Geschmack – und ihr ganz offensichtlich auch! Man munkelt, dass inzwischen zehn Kühe fürs elbgold arbeiten ;-). Tendenz steigend!

Wir wurden wahnsinnig herzlich empfangen und erhielten prompt eine kleine Hofführung von Jan-Hendrik, der den Betrieb 2016 von seinen Eltern Gerd und Ingrid übernommen hat.

So bekamen wir unter anderem die Molkerei, den Verkaufsladen sowie die verschiedenen Ställe zu sehen, in denen die rund 330 Tiere untergebracht sind. Und während „die Großen“ ihren Freigang auf der Wiese genossen, schauten wir bei den Kälbern und den trächtigen Kühen vorbei, die ihre eigenen Ställe haben. Außerdem nutzten wir die Gelegenheit und stellten Jan-Hendrik ein paar Fragen.

Im elbgold verwenden wir ja eure Landmilch. Einigen Menschen ist vielleicht gar nicht bewusst, was Landmilch eigentlich genau bedeutet. Worin besteht denn der Unterschied zu herkömmlicher Milch aus dem Supermarkt?

Jan-Hendrik: Unsere Landmilch wird noch traditionell auf nur 73,5°C erhitzt. Ansonsten wird sie nicht weiter bearbeitet, also weder homogenisiert, noch im Fettgehalt verändert. Und das schmeckt man auch! Wir sind außerdem sehr froh, dass wir unsere Milch direkt vertreiben können und damit unabhängig von den Milchpreisen der Industrie sind. Nur so können wir die hohe Qualität unserer Milch gewährleisten.

Man hört ja wirklich nur Gutes über eure Milch. Wurde eure Arbeit in der Vergangenheit eigentlich mal ausgezeichnet, zum Beispiel anhand eines bestimmten Zertifikates?

Jan-Hendrik: Unsere Vorzugsmilch ist in den letzten Jahren immer wieder mit der DLG Goldmedaille ausgezeichnet worden. Und als Grundlage für alle anderen Produkte kann man die Auszeichnung auch darauf beziehen.

Wie bist du eigentlich zu deinem Beruf gekommen? War dir schon immer klar, dass du den Hof eines Tages weiterführen wirst?

Jan-Hendrik: Natürlich bin ich auf dem Hof groß geworden und es hat mich immer schon interessiert. Und natürlich hat man auf die Frage „Was willst du mal werden?“ Bauer geantwortet. Aber es hat mich dann später auch nicht wirklich losgelassen und so haben sich Ausbildung und Studium wie selbstverständlich angeschlossen. Wobei ich dann nach dem Studium für sechseinhalb Jahre im öffentlichen Dienst in Baden-Württemberg gearbeitet habe. Doch die Grundbegeisterung ist immer geblieben und so steh ich dann nun doch hier.

Geführt wird der Hof heute übrigens von Jan-Hendrik Langeloh und Rainer Kohrs. Die beiden hatten früher benachbarte Betriebe, die sie Ende der 90er Jahre zur Milchhof Reitbrook GbR zusammenschlossen. Unterstützt werden sie dabei von 35 Mitarbeitern – nicht nur in der Landwirtschaft, der Molkerei und im Büro, sondern auch von inzwischen 14 Fahrern, die die Milch in der Umgebung ausliefern und natürlich auch zu uns ins elbgold! Seit nun 400 Jahren sind ihre Höfe in Familienbesitz und das soll sich so schnell auch nicht ändern!

So langsam mussten wir uns vom idyllischen Milchhof im Grünen verabschieden … mit seinen neugierigen Kühen (die Rike’s Kamera äußerst interessant fanden und wie die Weltmeister posierten), den entzückenden Kälbern und all den anderen Tieren (sogar Hühner und Kaninchen gab es! Womit man uns Stadtkinder so begeistern kann!). Noch ein letztes Mal den Hofhund streicheln und dann ging es wieder ab aufs Fahrrad, entlang der wunderschönen Landschaft, einem kurzen Stopp an der Dove-Elbe, zurück in Richtung Schanze.

Vielen Dank an Jan-Hendrik und das ganze Team für den herzlichen Empfang und den schönen Tag auf dem Milchhof Reitbrook! Wir freuen uns aufs nächste Mal!

 

Text: Jan (Praktikant)
Fotos: Rike (Social Media Managerin)